Meine erste Demo

Turning 50.
Und endlich der Mut, aus dem jahre (jahrzehnte) langen Getriebensein im Beruf herauszutreten und eine Pause einzulegen. Ja, ohne Rentenversicherungsbeiträge und all den Segnungen unserer Sozialversicherungsgesellschaft.
Ich konnte keine Emails mehr sehen und keine Meetings und Besprechungen und Diensthandys und ich war es auch Leid, vor dem Bildschirm schnell etwas zu essen, um ja keine Zeit zu verlieren.

Am Anfang fühlt es sich komisch an. Man traut es sich fast nicht zu genießen, aufzusaugen, so ein Tag, der vor einem liegt und nicht durchgetaktet ist, bis man am sehr späten Ende eines Arbeitstages völlig erschöpft in den Zug nach Hause fällt.

Ich empfinde es als Geschenk, endlich all die Dinge und Gedanken und Vorhaben anzugehen, die ich seit Jahren immer nur aufs Neue verschoben habe. Es ist gerade wie eine Explosion. Und am Ende eines Tages habe ich das Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben, und ich kann endlich auch meine umweltbewusste Lebensweise leben.

Aber zurück zur Überschrift.
Was verschluckt so ein anstrengender Job nicht alles über die Jahre….
Darum nehme ich mir jetzt endlich die Zeit, mich auch da zu engagieren, wo es mir wichtig ist.
Eine politische Meinung zu vertreten. Meine Zeit auch mal ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen.
Daraus resultiert eine ungeahnt hohe Befriedigung.

Auch nach der Teilnahme an meiner ersten Demonstration. Sich bekennen. Seine Meinung kundtun.
Lichterzeichen. 2 Bahnen reichen.
Freising steht auf gegen die 3. Startbahn.

Gemeinsam mit Nachbarn sich einsetzen gegen die Ansiedlung eines Logistikers, der uns in erster Linie mit Schadstoffen und Lärm versorgen würde.

Was habe ich nicht alles aufgegeben für den Job.
Ich kann nur sagen, dass es eine ungeheure Bereicherung ist, aus der Routine herauszutreten.