Vermüllt

Heute bin ich bedient vom Müll unserer Gesellschaft.

Wie bereits erwähnt, gehe ich jeden Morgen in den Isarauen joggen.
Meine aktuelle Freiheit lässt es zu, auch mal abseits meiner gewohnten Wege zu schauen, zu schlendern, zu gehen.
Was ich da allerdings neben dem bereits geschilderten ‘Finden’ alles sehe, lässt mich heute sprachlos zurück.
Es ist erstaunlich, welch ungeheure Energie das menschliche Wesen aufbringt, um sich seines Mülls in der freien Natur zu entledigen, sobald es sich vor öffentlichen Blicken sicher wähnt. Besonders häufig begegneten mir dicke Stapel jener Prospekte, die man von den großen Discountern oder Supermärkten gewollt oder ungewollt in seinem Briefkasten vorfindet – so mancher Austräger nimmt es wohl nicht so genau mit seinem Sprengel….

Ich bin ein Finder oder RamaDama

RamaDama.
Ich mag dieses bayerische Wort.
Aufräumen. Draußen.

Es ist unglaublich, was ich in den letzten beiden Wochen beim Joggen und Radeln so alles gefunden habe:
3(!) Männerschals
ein Paar Adidas Herrensneaker
einen rosa Babyschnuller
einen Basketball
einen Gartenabfallsack
eine Tasche aus rotem Velvet
ein himmelblaues wunderbar weiches Handtuch
und –
einen Schreibtischstuhl!?!

Lieblingsstück. Und Tradition.

Ich weiß nicht, wie lange ich diesen Stuhl bereits zu meinem Interieur zähle.
Er war auf einmal da.
Herkunft unbekannt. Es mögen inzwischen gut 30 Jahre sein.

Er begleitet mich seither. Und bezieht ein neues Zuhause immer als erster.
Er hat das Vorrecht, eine Nacht alleine im neuen Zuhause zu verbringen.
Mit mir, Musik, dem leeren Raum, einem Glas Wein.

Der treue Begleiter.

Der treue Begleiter.

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